Wissenswertes über Nährstoffe

News Mai 2012





Jod ergänzen in Schwangerschaft und Stillzeit

Der Mehrbedarf an Jod für Mutter und Kind ist nicht durch die Ernährung zu decken. Jod sollte von Beginn der Schwangerschaft an ergänzt werden.

Schwangere und stillende Frauen benötigen eine ganze Reihe von Mikro-Nährstoffen in etwas erhöhter Dosierung. Auch der Jodbedarf ist in dieser Zeit erhöht, bedingt durch einen verstärkten Stoffwechsel und den Jodbedarf des Kindes. Eine gute Jodversorgung ist wichtig, sie trägt dazu bei, dass sich das Kind geistig und körperlich gesund entwickelt. Doch viele schwangere Frauen nehmen mit ihrer Nahrung einschließlich des Verzehrs von Jodsalz und jodierter Lebensmittel täglich nur rund die Hälfte des Bedarfs von 230 Mikrogramm (mcg) Jod auf. In der Stillzeit steigt der Bedarf sogar noch etwas, 260 mcg Jod werden pro Tag empfohlen. Bekannt ist, dass rund 20 bis 33 Prozent der schwangeren Frauen durch zu geringe Jodaufnahmen eine Struma haben, 20 Prozent gar eine Erkrankung der Schilddrüse (Hypothyreose oder Hypothyroxinämie). Durch den Jodmangel erhöht sich die Gefahr von Fehlgeburten und Fehlentwicklungen des Kindes. Mediziner empfehlen daher schwangeren und stillenden Frauen die Einnahme von Jodergänzungen, da der Mehrbedarf nicht über die Ernährung allein gedeckt werden kann. Jodhaltig sind beispielsweise Meeresfische wie Seelachs oder Hering, die aber oftmals wenig bzw. nicht regelmäßig gegessen werden. Auch die Verwendung von jodiertem Salz reicht in der Regel nicht aus, um den Mehrbedarf zu decken. Möglichst von Beginn der Schwangerschaft an, spätestens aber ab der 12. Woche sollte die Jodergänzung erfolgen und bis in die Stillzeit hinein durchgeführt werden. Schwangere, die eine Struma haben, sollten 200 mcg Jod täglich ergänzen, Frauen mit einer gesunden Schilddrüse sollten täglich 100 bis 150 mcg Jod aufnehmen. Bevor die Jodergänzung erfolgt, sollte jedoch eine sorgfältige Jodanamnese beim Arzt erfolgen, um eventuelle Kontraindikationen auszuschließen und die richtige Dosierung festzulegen.

Quelle: Ingeborg Bördlein, Jodtabletten für Schwangere.
In: Ärzte-Zeitung vom 12.3.2012.



Phytamine senken das Diabetes-Risiko

Der reichliche Verzehr von Anthocyanen aus Früchten kann dazu beitragen, das Diabetes-Risiko zu senken.

Aus früheren Studien gibt es Hinweise, dass Flavonoide, die zu den Phytaminen bzw. sekundären Pflanzenstoffen gehören, die Insulin-Sensitivität (Empfindlichkeit gegenüber Insulin) beeinflussen können. Bisher war jedoch wenig bekannt, ob es auch eine Beziehung zwischen bestimmten Flavonoiden und Diabetes (Typ II) gibt. Im Rahmen von drei großen US-amerikanischen Gesundheitsstudien (Nurses´Health Study I und II, Health Professionals Follow-Up Study) wurden die Daten von rund 200.000 Teilnehmern aus den Jahren von 1984 bis 2008 auf diese Beziehungen hin geprüft. Alle Teilnehmer hatten zu Beginn der Studien weder Diabetes, noch Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs. Im Lauf der Studienzeiten traten 12.611 Fälle von Diabetes (Typ II) auf. Insgesamt gesehen hatte die Aufnahme von Flavonoiden keinen Einfluss auf die Erkrankungen. Schaute man sich jedoch die Untergruppen der Flavonoide getrennt an, dann zeigte sich, dass die Gruppe der Anthocyane zur Vorbeugung von Diabetes beitragen konnte. Dies sind wasserlösliche Pigmente, die vielen Beerenarten und einigen Gemüsesorten ihre Farben schenken. Teilnehmer, die viel Anthocyane aufnahmen, hatten ein um 15 Prozent geringeres Risiko an Diabetes zu erkranken. Dabei konnte, auf einzelne Fruchtsorten bezogen, vor allem der häufige Verzehr von Blaubeeren, aber auch von Äpfeln und Birnen, das Diabetes-Risiko senken.

Quelle: Nicole M. Wedick et al., Dietary flavonoid intakes and risk of type 2 diabetes in US men and women.
In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 95, Nr. 4, 2012, S. 925-933.



Soja-Isoflavone verringern Hitzewallungen von Frauen

Hitzewallungen treten häufiger im Klimakterium auf. Isoflavone, Pflanzenstoffe aus Soja, können ihre Anzahl und Intensität verringern.

Viele Frauen im Klimakterium (Wechseljahre) sind von Hitzewallungen betroffen. Sie gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen der hormonellen Umstellung im weiblichen Körper, wenn die Östrogenbildung zunehmend sinkt. Die Hitzewallungen halten zwar nur wenige Minuten an, können jedoch bei hoher Intensität und Häufigkeit sehr lästig und mit Schweißausbrüchen und der Erhöhung der Herzfrequenz störend sein. Sojabohnen enthalten reichlich Isoflavone, die als Phytoöstrogene eine ähnliche Struktur wie Östrogene haben, jedoch deutlich schwächerer wirken. Isoflavone können dazu beitragen, Hitzewallungen in den Wechseljahren deutlich zu verringern, wie eine neue Untersuchung zeigt. Ein Team von japanischen und US-amerikanischen Medizinern wertete die Ergebnisse von 17 Studien für eine Meta-Analyse aus, in denen Soja-Isoflavone bei Frauen mit Hitzewallungen in der Menopause eingesetzt wurden. Im Durchschnitt nahmen die Frauen zwischen sechs Wochen und zwölf Monaten täglich 54 Milligramm Soja-Isoflavone auf. Die Häufigkeit ihrer Hitzewallungen reduzierte sich bei der Aufnahme von Isoflavonen im Vergleich zu einem Placebo um 21 Prozent, die Intensität sank um 26 Prozent. Zu den Soja-Isoflavonen gehören vor allem zwei Substanzen, Genistein und Daidzein, die jedoch nicht gleichermaßen auf die Hitzewallungen einwirken. Am stärksten konnte Genistein die Häufigkeit der Hitzewallungen verringern, wenn davon täglich wenigstens knapp 19 Milligramm aufgenommen wurden. Isoflavone, die zur Verringerung von Hitzewallungen eingenommen werden, sollten daher eine Dosierung von 50 Milligramm täglich nicht unterschreiten und einen Teil der Inhaltsmenge als Genistein enthalten.

Quelle: K Taku et al., Extracted or synthesized soybean isoflavones reduce menopausal flash frequency and severity: systematic analysis of randomized controlled trials.
In: Menopause, Online-Veröffentlichung vom 22.3.2012, doi: 10.1097/gme.0b013e3182410159.



Ernährungs-Fachleute nutzen Ergänzungen

Viele Ernährungs-Fachleute nutzen selbst regelmäßig Nährstoff-Ergänzungen und empfehlen sie auch Klienten und Patienten.

Der Griff zu Nahrungs-Ergänzungsmitteln ist in den USA weit verbreitet und nimmt auch in Deutschland seit vielen Jahren zu. Ernährungs-Fachleute betonen gern, dass die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen aus der Ernährung den Vorrang hat. Doch eine ganze Reihe von Fachleuten räumt heute ein, dass Mikro-Nährstoffe dazu beitragen können, die Ernährung zu verbessern, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern. Eine aktuelle Studie zeigt, dass US-amerikanische Ernährungs-Fachleute Nährstoff-Präparaten gegenüber sehr aufgeschlossen sind. In der Studie wurden 300 Ernährungs- und Diät-Fachleute, die in privaten Praxen oder in Kliniken arbeiteten, im Oktober 2009 befragt. Sie gaben Auskunft, ob und welche Ergänzungen sie selbst nutzten und ob sie Nährstoff-Präparate auch ihren Klienten oder Patienten empfehlen. Wie von Ernährungs-Fachleuten kaum anders zu erwarten, sagten 96 Prozent der Befragten, dass sie gesund lebten und sich ebenso gesund ernährten. 74 Prozent der Fachleute nutzten dennoch regelmäßig Nährstoff-Präparate. 22 Prozent nahmen sie zumindest gelegentlich oder zu bestimmten Jahreszeiten, z.B. im Winter oder in Zeiten saisonaler Allergien ein. In erster Linie griffen die Fachleute dabei zu Multivitamin-Präparaten, gefolgt von Kalzium, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und anderen, darunter Probiotika und grüner Tee. Als Hauptgründe für den Nutzen wurde die Stärkung der Knochengesundheit, das Auffüllen von Nährstoff-Lücken und die allgemeine Gesundheit sowie das Wohlbefinden angegeben. Weiter wurden u.a. die Cholesterin-Senkung, Herzgesundheit, vegetarische oder vegane Ernährung, Verdauung bzw. Magen-Darm-Gesundheit sowie Diabetes und Glukose-Kontrolle genannt. 97 Prozent der Ernährungs-Fachleute empfahl ihren Klienten oder Patienten die Einnahme von Nährstoff-Präparaten. Und 87 Prozent stimmten zu, dass es bei Patienten eine mangelnde Versorgung an einzelnen oder mehreren Nährstoffen gibt, die mit Ergänzungs-Präparaten gut ausgeglichen werden können.

Quelle: Annette Dickinson et al., Dietitians use and recommend dietary supplements: a report of a survey.
In: Nutrition Journal, Online-Veröffentlichung vom 14.3.2012,
doi: 10.1186/1475-2891-11-14.